Was ist zu tun?

Politik muss gegen die mächtige Lobby der internationalen Agrokonzerne einschreiten und eine Demokratisierung der Lebensmittelproduktion erwirken. Unsere Landwirte müssen für die Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft unterstützt werden durch effektive gesetzliche Rahmenbedingungen und entsprechend finanziell subventioniert werden. Die Subventionierungen sollten nur noch gebunden sein an Nachhaltigkeit. Den schädlichen Massenprodukten muss Einhalt geboten werden.
Es kann ja nicht sein, dass die Bäuerliche Landwirtschaft abhängig gemacht wird von den großen Agrarkonzernen, indem sie zum Abnehmer von Saatgut, Herbiziden und Düngemittel gemacht wird. Der Saatgutmarkt wird weltweit durch eine Handvoll Großkonzernen kontrolliert. Herbizide und Dünger werden gleich mitgeliefert. Hinzu kommen dann noch die vielen Tonnen Antibiotika aus der Pharmaindustrie verordnet und verkauft von den marktbeherrschenden Großtierpraxen.

Eine zu fordernde Agrarökologie benötigt unbedingt eigenes bäuerliches Saatgut für die regionale Landwirtschaft.
Wir müssen weg von gigantischen Monokulturen, Agrochemikalien und Gentechnik.
Wir müssen auch weg von der Industriellen Massentierhaltung.
Mensch, Tier und unser natürliches Ökosystem müssen der Maßstab sein und nicht der Profit der Großkonzerne.

Hierzu ist die Gründung von lokalen Initiativen und Genossenschaften durch lokale Politiker unter Einbeziehung von lokalen Landwirten, lokalen Experten der Agrowissenschaften, der lokalen Wirtschaft und der Verwaltung erforderlich. Diese Gruppe sollte gemeinsam das Problem für die Region angehen und auch umsetzen. Derartige lokale Initiativen mit Erfolg gibt es bereits in Europa und weltweit, jedoch gibt es sie bisher nur in einem geringen Ausmaß.
Es müssen also politische Rahmenbedingen geschaffen werden, welche in allen Regionen diese Vernetzungen unterstützen.
Die Politik muss auch Rahmenbedingungen schaffen für die wissenschaftliche Erforschung von besserer regionaler Agrarökologie. Agrarökologische Bauernschulen müssen installiert werden.
Bauernhöfe müssen sich lokal zusammenschließen bzw. vernetzen, am besten durch Zusammenschluss zu regionalen Genossenschaften. Man kommt dadurch zu einer gemeinsamen regionalen Verarbeitung und Vermarktung qualitativ hochwertiger Produkte.
Ich betone nochmals, Saatgut sollte in bäuerlicher Hand sein und nicht patentrechtlich bei den großen Agrokonzernen. Hier besteht übrigens ein völliges Versagen der Politik und des Europäischen Patentamtes.

Was wollen wir?

Was wollen wir also erreichen?
Eine artgerechte Tierhaltung!
Die Abschaffung der vorbeugenden Gabe von Antibiotika an gesunde Tiere und insbesondere das Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung!
Kein Genfutter aus Monokulturen!
Verzicht auf Totalherbizide, wie z.B. Glyphosat!
Mehr Subventionierung bei der Umstellung auf ökologisch nachhaltige Landwirtschaft! Gerechtere Verteilung der EU-Fördergelder! Gesetzgeberische politische Rahmenbedingungen mit adäquaten Kontrollen und entsprechenden strengen Bestrafungen bei Nichteinhaltung!
Ein gesundes Ökosystem für Mensch und Tier!

Angesichts der gravierenden Versäumnisse ist der Artikel 20a in unserem Grundgesetz mittlerweile reine Makulatur geworden: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere…“.

Für eine lebenswerte Zukunft auch für unsere Kinder und Enkel!
Wir wollen gesunde Tiere, welche wesensgerecht gehalten werden.
Ohne die vorbeugende Gabe von Antibiotika, welche zu multiresistenten Keimen führt.
Unsere Äcker dürfen nicht länger durch keimverseuchte Gülle belastet werden.
Wir wollen in sauberen Gewässern baden, nicht in multiresistenten Keimen.
Die Tiere sollen nicht mit Genfutter aus Monokulturen gefüttert werden.
Die Landwirte, welche ihre Tierhaltung umstellen, müssen direkt unterstützt werden.

Was können wir tun?

Wir können die Politik auffordern, zu handeln.
Wir können wählen.
Wir können mit E-Mails, Briefen und Anrufen bei unseren regionalen Politikern protestieren.
Wir können uns an Bürgerbegehren gegen Mastanlagen beteiligen.
Wir können durch unser Kaufverhalten den Wettbewerb beeinflussen.

Unser Anliegen muss heißen „Mensch vor Profit“.
Ich sehe daher nur einen vernünftigen Weg. Wir müssen gemeinsam zu einer regionalen Verarbeitung und Vermarktung qualitativ hochwertiger Produkte kommen.
Unser aller Konsumverhalten bezüglich Lebensmitteln muss auch bewusster werden. Das Wort „Lebensmittel“ muss wieder seine eigentliche Bedeutung in unserem Bewusstsein bekommen.
Hinzu kommt ja auch noch die immense Lebensmittelverschwendung als zusätzliches großes Problem. Sehr viel landet in der Mülltonne. Nicht nur in den Familienhaushalten, sondern auch in Kantinen, Hotels und Gaststättenbetrieben, Kliniken, auch hier besteht ein erhebliches Einsparungspotential an den Ressourcen Ackerland. Jeder von uns kann dazu beitragen, aber es ist zu einfach, dem Verbraucher alleinig die Verantwortung zuzuschieben.
Die Politik muss gesetzliche Rahmenbedingungen festlegen.
Und das sie das tut, dafür können nur wir sorgen. Politiker bewegen sich erst, wenn sie Angst haben, dass die Wähler ihnen ihre Stimme entziehen.
Also muss der Druck auf die Regierungsparteien höher werden, sonst ändert sich nichts.

Das Gefühl der Ohnmacht vor der Politik hören wir immer wieder, doch die Geschichte zeigt, das sich Protest häufig aus einer kleinen Bewegung entwickelt und immer und immer größer wird und schließlich zum Erfolg führt. Denken wir z.B. daran, dass der massive Protest aus der Bevölkerung das Freihandelsabkommen TTIP verhindern konnte.