Einleitung

Bereits im Jahr 2008 erstellten über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Auftrag der Weltbank und der UN einen alarmierenden Weltagrarbericht zusammen.
Sie beschrieben die seit Jahrzehnten bestehenden zunehmenden Irrwege und mahnten zu dringendem Handlungsbedarf. Die Landwirtschaft sei definitiv am Scheideweg, ein weiter so wie bisher führe unweigerlich zum Kollaps des Ökosystems.
Wie sieht die Situation jetzt zehn Jahre später aus? Der Profit von großen international agierenden Agrarkonzernen mit ihrer mächtigen Lobby steht nach wie vor und auch noch zunehmend im Vordergrund. Das Wohl von Mensch, Tier und Umwelt verliert weiter an Bedeutung, der Kollaps des Ökosystems schreitet weiter voran.
Aus dem aktuellen Weltagrarbericht:
„Rund 800 Millionen Menschen hungern auf diesem Planeten, während 1,9 Milliarden an Übergewicht und krank machender Fettleibigkeit leiden. 2,5 Milliarden Tonnen Getreide wurden 2016 weltweit geerntet, mehr denn je zuvor. Doch nur 43% des Getreides dient als Lebensmittel. Der Rest wird zu Tierfutter, Sprit und Industrierohstoffen verarbeitet. Unser Ernährungssystem ist eine der wichtigsten Ursachen für den Klimawandel, das Artensterben, für Umweltverschmutzung, Wasserknappheit, vermeidbare Krankheiten, Kinderarbeit, Armut und Ungerechtigkeit.“
Ende des Zitats.

Jeder von uns weiß mehr oder weniger

– über das massive Bauernhofsterben kleiner und mittlerer Betriebe
– über industrielle Massentierhaltung durch Großbetriebe
– über Antibiotika-resistente Keime aus der Massentierhaltung
– über die extrem breite Anwendung von Herbiziden auf den Feldern,
insbesondere bei den gentechnisch veränderten Futtermittel-Monokulturen
– über das damit verbundene Artensterben lebensnotwendiger Kleintiere wie Würmer und Insekten – insbesondere der Wildbienen
– über anhaltend zu hohe Emissionswerte Ammoniak und Nitrat im Boden/Grundwasser durch Gülle und Überdüngung
– über die Abholzung der Regenwälder für Massentierhaltung und der Tierfuttermittelproduktion
– und über den Anstieg der CO2-Emissionen durch die Massentierhaltung, welcher höher ist als das Verkehrswesen zu Land.

Dass wir eine Agrarwende also dringend benötigen, steht längst außer Zweifel und kann nicht mehr verleugnet oder klein geredet werden. Politisch wird jedoch nicht annähernd genügend unternommen, um den bereits fortschreitenden Ökokollaps zu stoppen. Es wird viel geredet, marginale Schritte in Aussicht gestellt und die Bevölkerung hinters Licht geführt, indem das Ausmaß verschleiert und klein gehalten wird. Letztendlich erinnert der Umgang mit unserem Ökosystem durch die verantwortlichen Politiker an die berühmten drei Affen:

Regionale und überregionale Politiker müssen endlich zusammen mit den Landwirten und unabhängigen Agrowissenschaftlern der Universitäten (d.h. wissensbasiert und nicht der großindustriellen Lobby und dem Profit gehorchend) als auch der Bevölkerung – dem Verbraucher – eine Wende zum Besseren einleiten und konsequent vorantreiben.