Transparenz beim Einkauf

Klarheit beim Einkauf anstatt Siegel-Dschungel!

Wir fordern daher ein allumfassendes, einheitliches EU-Siegel für alle Tierprodukte
über Tierhaltung, Antibiotika, Genfutter und Totalherbizide.


Es gibt bereits dutzende Siegel und der Verbraucher hat zu Recht längst das Vertrauen in viele dieser „Reklame-Siegel“ verloren. Wenn wir Fleisch einkaufen, müssen wir wissen, was auf den Teller kommt und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde. Wir müssen detailliert aufgeklärt werden über die Art der Tierhaltung und ob die Tiere artgerecht gelebt haben. Wir müssen wissen, ob oder in welchem Ausmaß die Tiere einer Antibiotikabehandlung unterzogen wurden. Wir müssen wissen, welche Tiernahrung sie erhalten haben und ob sie aus gentechnischen Monokulturen mit Einsatz von Totalherbiziden stammt oder nicht. Wir als Verbraucher könnten mit unserem Einkauf an der Agrarwende entscheidend mitwirken, wenn es endlich EIN verbindliches EU-Siegel gäbe, wie beispielsweise hier:

Mögliche Siegel für eine verbindliche, EU-weite Kennzeichnung von Tierprodukten.

Es ist höchste Zeit für eine transparente Kennzeichnungspflicht aller Tierprodukte
Mehr als 80 Prozent der Deutschen wünschten sich Informationen darüber, ob tierische Produkte gentechnikfrei, umweltfreundlich und fair erzeugt wurden, so der Ernährungsreport 2018 des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Sogar 85 Prozent der Befragten möchten Angaben zu Haltungsbedingungen von Tieren. Mehr als 90 Prozent der Deutschen wären laut Umfrage bereit, für artgerechte Tierhaltung auch mehr zu bezahlen.
Doch anstatt eine Agrarwende einzuleiten, welche die Missstände endlich beseitigt, macht das Bundeslandwirtschaftsministerium Werbung für ein neues „Tierwohl-Label“. Dieses sog. Tierwohllabel liegt aber bei der Eingangsstufe kaum über den bisherigen gesetzlichen Mindestanforderungen. Essentielle Informationen über Antibiotika-Behandlung in der Tierhaltung und Herbizid-behandeltes Genfutter aus Monokulturen findet keinerlei Erwähnung. Tier- und Umweltschützer lehnen dieses Alibi-Label ab, zumal es auch noch freiwillig ist.